Der finale Akt für eine gute und saubere Audio-Hygiene ist die richtige Installation des Betriebsystems. Die nachfolgenden Anregungen gehen auf wichtige Aspekte der Installation ein. Einige davon lassen sich nach einer vollendeten Installation nicht mehr umkehren. Des Weiteren solltest du dir selber einen Gefallen tun und nicht die billigste und älteste Computerhardware benutzen.
Hardware- oder Gerätetreiber.
Als erstes solltest du schauen, dass du alle Treiber für die Geräte vorrätig hast, die du installieren möchtest. Bevor du mit der Installation beginnst, prüfe im Internet ob es eventuell neue Patches für deine Hardware gibt. Der große Teil an Hardware (Tastatur, Maus, Monitor, USB-Sticks etc.) wird von Windows XP automatisch erkannt und installiert. Jedoch bei unseren Audiointerfaces brauchen wir die Herstellertreiber.
Ich hatte einmal einen ganzen Tag nach einem Fehler gesucht. Das Edirol-Interface wollte einfach keinen Laut von sich geben. Obwohl ich bei der neuen Installation die gleichen Edirol-Treiber wie vorher genutzt hatte, ging es einfach nicht. Ich habe bereits an meinem Verstand gezweifelt. Erst nach einem langen Kampf habe ich im Internet nach einem neuen Treiber geschaut. Es gab einen, diesen habe ich auch geladen. Was soll ich sagen, die Karte lärmte mich wieder voll, so wie ich es gewohnt war. Also gleich schauen und vielleicht einen Treiber zuviel aus dem Netz laden.
Vielleicht kann es vorkommen, dass du auch eine ältere Hardware benutzen möchtest und es dafür keine expliziten XP-Treiber gibt. In vielen Fällen funktionieren die alten Windows 2000 Treiber auch unter XP. Dies muss aber nicht funktionieren. Es kann dabei auch zu Abstürzen kommen. In den seltensten Fällen könnte es passieren, dass eine komplette Neuinstallation gemacht werden muss. Bisher hatte ich solche Fälle selber noch nicht erlebt. Man konnte zumindest den Treiber wieder deinstallieren.
Es ist ratsam, kritische (z.B. fraglicher Windows2000 Treiber) Treiber gleich nach der XP-Installation und der XP-Updates als erstes zu installieren. Es hat einen einfachen praktischen Hintergrund. Wenn sich rausstellt, dass der kritische Treiber ernsthafte Probleme macht und das System neuinstalliert werden muss, hast du dir nicht schon die Mühe mit all den anderen Geräten gemacht.
Eine saubere neue Installation ist gegenüber einer bestehenden Installation die bessere Wahl.
Zuerst möchte ich kurz ein Thema ansprechen, was die Lizensierung angeht. Hand aufs Herz, ganz versehentlich ist sicherlich bestimmt jedem schon einmal passiert, dass man unlizensierte raubkopierte Software installiert hat. Gerade bei Betriebssystemen soll dies häufiger vorkommen. Dies soll jetzt kein moralischer Apell an die Fairness sein. Ich hasse Moral, da diese uns verbietet mehr als eine Frau zu haben. Es hat einen anderen Grund. Nichts ist schlimmer, als wenn einer mitten im Mischen (oder sonstigem) mit Fehlermeldungen bombardiert wird. Noch übler ist es, wenn man durch eine Deaktivierung des Betriebssytems von Microsoft keine Updates mehr erhält und durch die nächste Sicherheitslücke oder von einem Wurm radikal unterbrochen wird. Jedem wird vielleicht der Wurm "i love you" noch ein Begriff sein. Millionen von Rechner wurden immer wieder runter gefahren. Die Arbeit wird dann für hektische Stunden oder Tage nicht möglich sein.
Der nächste wichtige Punkt betrifft die frische Installation. Hast du dich entschieden auf deinem PC jetzt Musik zu machen, empfehle ich dringend dafür eine wirklich neue Windows XP Installation durchzuführen. Die meisten benutzten PC besitzen eine vielzahl von nachträglich installierten Programmen. Spiele, Grafikprogramme, irgendwelche Tools, Tuningprogramme, Treiber für zig Geräte die man so benutzt, stellen ungeahnte Fehlerquellen dar. Des Weiteren installieren viele der "Alltagsprogramme" Dienste auf dem System. Diese Dienste werden nach einem Systemstart immer mitgeladen und lungern im Speicher rum und rauben wertvolle Performance. Einige dieser Dienste (zum Beispiel "Google-Desktop") führen im Intervall irgendwelche Arbeiten durch. Sie fangen also von allein an irgendetwas zu machen und greifen sich Speicher und CPU-Zeit. Dies führt bei Audiosoftware zu kurzen Knacksern und Aussetzern. Diese Probleme umgeht man ganz elegenat mit einer kompletten Neuinstallation. Eine Deinstallation von nicht genutzten Programmen reicht leider nicht aus. Es bleiben leider immer noch viele viele Fragmente im System übrig, manchmal bleiben auch die Dienste noch übrig.
Welche und wieviele Prozesse laufen aktuell auf meinem Rechner?
Um dir einen Überblick über aktuell laufende Prozesse zu verschaffen, drückst du die Tasten STRG - ALT - ENTF gleichzeitig.
Als Folge erscheint das Fenster wie hier nebenstehend abgebildet. Mit einem Klick auf die Kladde "Prozesse" (oberer roter Kreis) erhält man die Ansicht über alle einzelnen Prozesse.
In diesem aktuellen Beispiel laufen 56 Prozesse. Dies ist schon nicht wenig. Aber es ist auch nicht meine Musik-Partition. Denn wie mann erkennen kann, läuft unter anderem Skype, Word und ein Amateurfunkprogramm.
Also Sub-Optimal, dass muss nach der Installation besser aussehen ;-)
Das System mit ACPI oder als "Standard PC" installieren?
Was ist ACPI?
ACPI ist die Abkürzung von "Advanced Configuration and Power Interface". Dies ist eine offene Industriespezifikation die für Hard- und Softwareentwickler sämtliche Energieverwaltungsfunktionen ansprechbar macht. Hier kann also ein Hersteller dieses Interface für eigene Enwicklungen nutzen. Das einfachste Beispiel wäre hier der Powerknopf an einem Rechner. Was soll er tun, wenn er einmal kurz gedrückt wird, er könnte den Rechner in den Standby-Modus versetzen oder ihn einfach in den Ruhemodus schicken. Auch lässt sich bestimmen wann der PC von allein ausschaltet oder das Display ausschaltet.
ACPI steuert die Energieverwaltung auf dem Windows-XP-PC. Ein wirklich gutes Werkzeug gerade für mobile PC wie Laptops etc. So ist die Akku-Betriebdauer mit ACPI deutlich höher als ohne. Aber wer arrangiert schon im Akku-Betrieb wo jede Minute der Laptop ausgehen kann. Oder gibt es wirklich Leute die mit dem Laptop im Akku-Betrieb auf der Bühne stehen? Doch leider kann das ACPI für uns Musiker auch einen ganzen Sack von Problemen mitbringen. Es fängt allein damit an, dass es sehr tief ins System installiert wird. Ein späteres Deinstallieren ist Stückwerk mit unklarem Erfolgsfaktor.
Meine Empfehlung für Audio-PCs lautet also:
Bei einer Neuinstallation des Rechners mit Windows XP für den Audio-Bereich bitte als Standard-PC installieren.
Problempotential bei aktivierten ACPI
Das Powermanagement greift zum Beispiel bei einer vorher eingestellten Zeit und schalten bei Nichtbenutzung den PC aus oder in den Ruhezustand. Dies ist sehr problematisch beim Bouncen. Da fässt man die PC einige Minuten oder auch länger nicht an. Dies führt zu Aussetzern oder diesen hässlichen digitalen Knacksern.
Nachträgliches umstellen eines ACPI-Computers in ein Standard-System:
Zuerst schaust du mal, wie der Rechner installiert ist. Das geht ganz einfach:
START - Einstellungen - Systemsteuerung - System An dieser Stelle öffnet sich das Fenster "Systemeigenschaften", hier klickst du auf "Hardware" und dann auf "Gerätemanager", dannach Doppelklick auf "Computer". Nun siehst du wie der Rechner installiert ist, ACPI oder Standard.
Sollte der Rechner nun in einen Standard verwandelt werden, so führe die folgende Schritte durch. Aber Achtung: Diese Aktion ist ein tiefer Eingriff in das Betriebssystem. Es ist im Rahmen der Möglichkeiten, das dass System nach dem reboot nicht mehr, oder nur "krankhaft" startet!
Mache eine Sicherung, hoffe nicht darauf, dass es schon irgendwie gut verläuft.
Klicke nun mit der rechten Maustaste in im Gerätemanager auf "ACPI-Uniprozessor-PC". Die Bezeichnung könnte abweichen.
Wähle aus dem aufgeklappten Menü "Treiber aktualisieren"
Im "Willkommen"-Dialog auf "Nein, diesmal nicht" klicken
Im "Hardware-Assistenten auf "Treiber von Liste..." klicken
In der folgenden Box "Nicht suchen, sondern...." Feld klicken und weiter
Dannach kommt eine Auflistung von verschiedenen Möglichkeiten, wählre hier "Standard-PC"
Folge einfach den Instruktionen und mache dann den Neustart.
Sollte es nicht funktionieren kannst du nun dein Backup benutzen oder ein wenig rumdoktern ;-)
Nachträgliches Installatieren von ACPI
Wenn aus irgendwelchen Gründen das ACPI installiert werden soll, geht man auf der gleichen Weise vor. Microsoft empfahl für die nachträgliche Installation von ACPI die sogenannte "Update-Installation". Hierbei drückt man beim Setup die F5 oder F6 (eine von beiden wird angezeigt). Im folgendem Dialog sollten die ACPI-Treiber auswählbar sein.
ACPI bastelt bastlet an der Zuordnung der PCI-IRQ. Nach dem neustart werden also die Treiber neu installiert. Hierbei sollten jedoch keine Probleme auftreten.
Jetzt wird es bunt, Installation des eigentlichen Betriebssystems und deren Software.
Wie bereits eingangs erleutet, haben soundfremde Softwarepakete auf dem Audio-Rechner nichts zu suchen. Wer zum Beispiel meint, er müssse neben dem Bouncen gleich noch seine Steuererklärung machen und Doom zocken oder mit Word seine Bewerbung für Deutschland sucht den Superstar schreiben, hat wichtige Dinge nicht verstanden.
Ok, also soweit es nur irgendwie geht, ausschlieslich Sound- und Musikprogramme installieren.
Aber es ist nötig auch das Betriebssystem auszudünnen. Microsoft meint es ja nur gut mit uns und installiert einen ganzen haufen Software den wir nicht brauchen. Schlimmer, er kann unsere arbeit stören. Also muss der Mist runter.
Im Klickfeld "Windows Komponenten hinzufügen/entfernen" werden wir jetzt ein wenig wüten:
Faxdiensten abwählen
Indexdienste abwählen
Internet-Informationsdiesen (IIS) abwählen - unter Details muss alles deaktiviert werden!
Message Queuing abwählen - unter Details muss alles deaktiviert werden!
MSN-Explorer (pfui Spinne!) abwählen
Outlook Express abwählen
Verwaltungs- und Überwachungsprogramme abwählen - unter Details muss alles deaktiviert werden!
weitere Datei - und Druckdienste für das Netzwerk abwählen
Windows Messanger abwählen
Zubehör und Dienstprogramme -> Details -> "Spiele" abwählen [ihr sollt Hits machen und nicht Zocken]
Welches Filesystem FAT32 oder NTFS
Im Netz sowie auch bei Gespräch mit anderen Musikern findet man die verschiedensten Theorien. Meist werden auch scheinbar tiefgründige nicht greifbare Erklärungsversuche unternommen. Sicher gibt es einen Unterschied. Dieser scheint für den zweck der Musik jedoch marginal und nicht wirklich ausschlaggebend. Eigene Erfahrung mit beiden Filesystemen haben im Bezug auf die Audio-Eigenschaften keinen Einfluss zu tage gebracht.
Daher ist díe Wahl des Filesystems keine ausschlaggebende. Sollte der Audio-Rechner jedoch in einer Netzwerkumgebung arbeiten die eine gewisse Rechtevergabe auf Ordner und Dateien benötigt, ist NTFS dem vorzug zu geben. NTFS bietet ein Rechtesystem was FAT32 so nicht zur Verfügung hat.
Windows XP bietet die Möglichkeit ein FAT oder FAT32 Dateisystem jederzeit in ein NTFS Filesystem zu convertieren. Hierzu ist einfach die sogenannten Dos-Box zu öffnen.
START -> Ausführen- in das Feld cmd tippen und Enter
Nun ist die Dos-Box geöffnet. Jetzt ist einfach der Befehl : convert C: /fs:ntfs auszuführen. Sollte ein anderes Laufwerk convertiert werden, ist der entsprechenden Laufwerksbuchstabe zu tauschen.
Partitionieren der Festplatte
Auch zu diesem Thema wird viel geschrieben und gemeint. Jedoch ist es so das bei einer Partitionierung der Festplatte der Schreiblesekopf sehr oft springen muss. Man könnte sich das vielleicht so vorstellen, dass die Sektoren auf logisch getrennten Platten "weit" auseinander liegen. Daher kommt es ehr zu Performanceeinbussen statt zu irgendwelchen Vorteilen. Einige Leute kommen organisatorisch vielleicht besser klar wenn das Betriebsystem auf einer Partion liegt und die gesamte Arbeitsumgebung auf einer anderen. Das sollte man dann doch überdenken. Das beste ist, wenn alles auf einer Partition liegt, also das Betriebssystem, die Audioumgebung und auch die Tonnen an Samples.